Information Corona 03 vom 15.03.2020, 12:30 Uhr

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

mit den Maßnahmen zur Eindämmung bzw. Verlangsamung der Coronainfizierung der Bevölkerung wird derzeit das öffentliche Leben in einem seit Jahrzehnten nicht mehr gekanntem Ausmaß heruntergefahren. Das führt auch zu erheblichen Einschränkungen für jeden Einzelnen. Es gibt keinen Grund zur Panik, aber von jedem Einzelnen wird in dieser Zeit auch ein großes Maß an Eigeninitiative und vor allem an Verantwortung erwartet. Mit gegenseitiger Hilfsbereitschaft und einem gesunden Miteinander werden wir diese Notsituation überstehen.

Allerdings, das gehört auch zur Wahrheit, gibt es keinerlei Erfahrungen mit einer solchen Situation und vieles was Ärzte, Fachleute und Politiker sagen, ist spekulativ. Auch werden die Zahlen der Neuinfizierten noch einige Zeit, möglicherweise sogar markant, ansteigen und damit wohl leider auch die Zahl der Todesfälle. Sollten die Notfalleinrichtungen (Intensivbetten) in unseren Krankenhäusern ausreichen, alle betroffenen, schwer kranken Menschen zu behandeln, so liegt die (geschätzte) Todesrate zwischen 0,5 und 1 % und nicht wie in Italien bei über 5 %. Das hängt jedoch entscheidend davon ab, wie weit es gelingt, die Infektion der Bevölkerung zu verlangsamen und damit die Zahl der schweren Erkrankungen über einen möglichst langen Zeitraum zu strecken.

Dies funktioniert freilich nur dann, wenn alle dazu ihren Beitrag leisten. Die Verbesserung der Situation ist davon abhängig, dass ein jeder und eine jede von uns sich mit den aktuellen Dingen arrangiert und im Kleinen seinen/ihren Beitrag leistet, dass die Verbreitung des Coronavirus verlangsamt wird.

Der Freistaat Sachsen wird einheitlich auf die Lage reagieren. Deshalb erwarten wir morgen einen Erlass der Landesregierung, der wahrscheinlich folgendes festschreibt:

– Die Schulpflicht ist ab Montag 16.03.2020 aufgehoben (bereits bekannt und festgelegt).
– Bis Mittwoch (18.03.2020) wird eine Betreuung aller Kinder in den Kindereinrichtungen und Schulen aufrechterhalten, damit den Eltern die Möglichkeit gegeben wird, um alternative Betreuungsmöglichkeiten im häuslichen Umfeld zu organisieren.
– Ab Donnerstag (19.03.2020) werden die Schulen und Kindertagesstätten geschlossen.
– Es wird ab Donnerstag nur noch eine Notbetreuung geben für die Kinder von Mitarbeitern in lebensnotwendigen Bereichen, die alleinerziehend sind oder bei denen BEIDE Elternteile in diesen Bereichen arbeiten. Welche Bereiche das umfasst, wird in dem Erlass morgen genau definiert. Medizinisches Personal und Polizisten werden da mit Sicherheit dabei sein.
– Auch soll die Versammlungsgrenze auf 75 Personen reduziert werden. Alle Ansammlungen mit mehr als dieser Anzahl werden verboten. Versammlungen mit geringerer Personenzahl sollten auf ihre wirkliche Notwendigkeit überdacht werden.

Für unsere Schulen und Kindereinrichtungen gilt dieses dann ebenso.

Alle Eltern sollten jedoch bereits ab morgen genau abwägen, ob sie ihr Kind in die Schule oder den Kindergarten schicken oder besser zu Hause lassen.

Bitte holen Sie bis Mittwoch, den 18.03.2020, ALLE persönlichen Sachen aus den Schulen und Kindertagesstätten ab, egal ob Schulbuch, Sportzeug, Wechselsachen oder Kuscheltier. Auch die Schließfächer in den Schulen sind vollständig zu leeren.

In der unterrichtsfreien Zeit werden die Schüler über geeignete Kanäle mit Lernstoff und Aufgaben versorgt. Wie genau, erfahren Sie innerhalb der nächsten Tage über die Homepages Ihrer Schulen. Bitte informieren Sie sich dort.

Da bereits die Frage nach dem Erlass von Elternbeiträgen gestellt wurde, hier ganz klar die Aussage, dass wir uns um die Regelung der finanziellen Angelegenheiten kümmern, wenn sich die Lage wieder stabilisiert hat. Auch dann, so gehe ich davon aus, wird es einheitliche Regelungen geben.

Abschließend möchte ich noch einmal an alle Bürgerinnen und Bürger appellieren, bei allen Handlungen einen klaren Kopf zu bewahren. Es handelt sich bei der vom Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid 19 um eine Krankheit, welche insbesondere bei Kindern und Menschen unter 50 Jahren in den allermeisten Fällen mild bzw. teilweise sogar symptomfrei verläuft. Auch bei den meisten Menschen über 50 wird eine Infektion mit SARS CoV-2 mild und maximal vergleichbar mit einer Grippe verlaufen. Es gibt nicht ansatzweise einen Grund zur Panik!

Besonders an die Bürger, welche jünger als 50 Jahre alt sind, appelliere ich, den älteren Mitbürgern Hilfe anzubieten. Dazu gehören zum Beispiel Angebote, Besorgungen und Einkäufe für diese zu erledigen. Vielleicht ist die Coronakrise ja auch eine Gelegenheit in punkto Miteinander etwas „enger zusammen zu rücken“. Bitte denken Sie dabei aber an das Halten des Mindestabstands zu anderen Menschen, die allgemeinen Hygienevorschriften und den Verzicht auf das Händeschütteln.

Wenn jeder von uns seinen ganz eigenen Beitrag leistet, damit sich der Virus nicht weiter ausbreitet, werden wir, in einer absehbaren Frist wieder bessere Zeiten haben, davon bin ich überzeugt.

In diesem Sinne – bleiben sie gesund – ich halte sie hier weiter informiert.

Ihr Bürgermeister
Uwe Anke