Geschichte

Nossen kann wie alle Gemeinden im Klosterbezirk Altzella auf eine lange Geschichte und Tradition verweisen. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich 1185 im Zusammenhang eines Rechtsstreites zwischen den Rittern von Nuzzin und dem Kloster Altzella, welches 1162 von Otto I., Markgraf von Meißen gegründet worden war. Bereits 1264 ist in Nossen eine Kirche nachgewiesen.

Ansichtskarte: Schloss Nossen
Historische Ansichtskarte vom Schloss Nossen

Im Jahr 1315 wurden die Bischöfe zu Meißen Besitzer von Burg und Ansiedlung. Die Burg Nossen ging schließlich 1436 in den Besitz des Klosters Altzella über. Nach der Reformation im albertinischen Sachsen erfolgte 1540 die Auflösung des Klosters, der Besitz ging an den Fürsten über. Zur Verwaltung wurde das Amt Nossen eingerichtet. 1553 heiratete der Leibarzt des Kurfürsten August, Dr. Paul Luther (ein Sohn des Reformators Dr. Martin Luther und Katharinas von Bora) auf der Burg, deren Umbau zum Schloss im Jahr darauf begann. Später fand auch die Hochzeit deren Tochter hier statt. Der Neubau der Kirche erfolgte 1565 mit Steinen des Klosters Altzella.

Im 16. Jahrhundert wurde Nossen von zwei Großbränden heimgesucht, die fast alle Häuser vernichteten. Hungersnöte und Pestjahre kennzeichneten das Ende des Jahrhunderts. Tiefe Spuren hinterließ der Dreißigjährige Krieg, wie überall in der Umgebung. Plünderungen, Verwüstungen, Brände, Gewalttaten und die Pest trugen 1632 zur Verringerung der Einwohnerzahl um die Hälfte bei.

Große Bedeutung für die Ansiedlung hat im Jahr 1717 die Erneuerung der Muldenbrücke durch Pöppelmann. Auch im 18. Jahrhundert blieb Nossen von Kriegen nicht verschont: 1759 stürmten die Preußen auf Nossen, beschossen Schloss und Stadt. Dabei wurden die Grabmäler der Markgrafen zu Meißen in Altzella zerstört.

Im Mai 1813 verbrachte der französische Kaiser Napoleon eine Nacht auf dem Schloss, in der er Pläne zur Rückeroberung der Residenzstadt Dresden schmiedete. Carl Heinrich Müller gründete 1830 die noch heute bestehende Sämischleder-Fabrik. Drei Jahre später wurde Nossen mit der Annahme der „Allgemeinen Städteordnung für das Königreich Sachsen“ Stadt mit städtischer Selbstverwaltung.

Mit der Gründung des Bürgervereins ist 1839 die Geburtsstunde des Vereinslebens. Die erste Zeitung erschien 1837 mit dem „Nossen-Siebenlehner-Wochenblatt“. In der ehemaligen Essigfabrik am Seminarweg zog 1856 das Königlich-Sächsische Lehrerseminar aus Freiberg ein. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Nossen zum Eisenbahn-Knotenpunkt. In den Jahren 1869 bis 1880 wurden die Bahnstrecken nach Döbeln, Meißen, Freiberg und Lommatzsch in Betrieb genommen.

Einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte Nossen mit Beginn des 20. Jahrhunderts unter dem Bürgermeister Dr. Eberle (Amtszeit 1898 – 1919). Der ehemalige Leipziger Ratsassessor verdoppelte die Stadtflurfläche durch Zukäufe. Besondere Verdienste erwarb er sich bei der Durchsetzung der Girokassen - er war 1. Vorsitzender des Sparkassen-Verbandes. In seine Amtszeit fiel auch der Neubau des Rathauses 1914/15.






 

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