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Stadtverwaltung Nossen
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So sehe ich das …

Donnerstag, 01. Dezember 2011 um 08:50

Am 07. November nahm unsere neue Kindertagesstätte ihren Betrieb auf. Vorher haben die Erzieherinnen und Hausmeister gemeinsam mit einer Nossener Spedition über ein „verlängertes Wochenende“ die alte Kita in der Hackestraße ausgeräumt, alles in Kisten verpackt, am Grunaer Weg wieder ausgepackt und eingeräumt. So konnte der Kindergartenbetrieb quasi nahtlos weitergehen. Da ich weiß, wie sich das Kindergartenteam um Frau Mocke in den letzten drei Jahren in die Lösungs- und Standortsuche, die Planungen, die Bauüberwachung, die Konzepterarbeitung, die Umsetzung und schließlich in den Umzug eingebracht und engagiert hat, kann ich hier nur nochmals meine Hochachtung ausdrücken und für so viel Einsatzbereitschaft ganz herzlich DANKE! sagen. Die offizielle Einweihung erfolgte in derselben Woche u.a. mit der Eröffnung des Klettergartens, der von den Kindern sofort freudig in Besitz genommen wurde.

Bei sonnigem Wetter konnten wir am darauffolgenden Samstag dann noch den Tag der offenen Tür mit einer Baumpflanzaktion für die von Januar bis August 2011 neugeborenen Kinder beginnen. Die Kinder ab September sind natürlich bei der nächsten Pflanzaktion dabei -– aber aus eigener Erfahrung konnte ich mir gut vorstellen, dass die meisten Eltern von 0 bis 9 Wochen alten Säuglingen erst einmal anderes zu tun haben, als Stammbäume zu pflanzen. Auf jeden Fall wünschen wir uns, dass die Nossener Kinder nicht nur symbolisch durch dieses Bäumchen, sondern auch selbst in ihrer Heimatstadt „Wurzeln“ schlagen. Daher wollen wir das Baumpflanzen zukünftig gern zur Tradition werden lassen. Der Tag der offenen Tür selbst war ein voller Erfolg. Es glich fast einer Völkerwanderung, so viele machten sich bei schönstem Wetter auf den Weg, um unsere neue Einrichtung zu bestaunen und sich von den Erzieherinnen alles aufs Genaueste erklären zu lassen. „Da möchte man so gern selbst noch einmal Kind sein“, war der Satz, den ich an diesem Tag am häufigsten gehört habe. Sehr deutlich wurde, dass die im Vorfeld hin und wieder kritisierte Lage am Rand der Stadt gerade für die Kinder ideal ist. Das Gebäude konnte hervorragend in den Hang eingepasst werden, der gleichzeitig tolle Gestaltungsmöglichkeiten geboten hat und sich auch als Drachen- und Schlittenhang eignet. Mit wenigen Schritten sind die Kinder im Wald des Kirchberges. Auch die Turnhalle der Mittelschule und das Volksbad befinden sich in unmittelbarer Nähe. Durch die Umgestaltung und Verbreiterung der Straßen konnte die Verkehrssituation deutlich entspannt werden. Rundum also eine gelungene Sache. Ich bin mir sicher, das Geld für Nossens bisher teuersten Bau ist gut und richtig in unsere Kinder und somit in unsere Zukunft investiert. Wir haben etwas geschaffen, auf das wir alle stolz sein können. Nachdem ich nun schon wieder Äußerungen junger Eltern gehört habe, die allein wegen der guten Kinderbetreuung und sicher auch wegen der in unserer Stadt vorhandenen Schulen hierher nach Nossen ziehen möchten, denke ich, wir sind auf dem richtigen Weg, dem immer stärker in den Blickpunkt gerückten demografischen Wandel zu begegnen.

Damit bin ich schon bei meiner nächsten Mitteilung. Unsere bisher älteste Bürgerin, Susanne Richter, ist im Alter von 103 Jahren verstorben. Da sie noch in diesem Jahr in ein Pflegeheim nach Freiberg umgezogen ist, würde sie normaler Weise auch dort beigesetzt. Auf Initiative ihres Freundeskreises hat sich die Stadtverwaltung dafür eingesetzt, dass sie entsprechend ihres Wunsches nach Nossen überführt und hier beerdigt wird. Ich hoffe, dass dies nach dem Verfassen dieser Zeilen und vor dem Erscheinungstag des Amtsblattes geklärt werden und Frau Richter ihre letzte Ruhestätte in ihrer Heimatstadt Nossen finden konnte.

Schon wieder neigt sich viel zu schnell ein Jahr dem Ende entgegen. Es war erneut ein besonderes Jahr für unsere Stadt, aber auch ein Jahr, das mit vielen teilweise nicht für möglich gehaltenen Ereignissen unsere Welt in Atem hielt. Mit dem Super-GAU im japanischen Fukushima, dem Sturz einiger Jahrzehnte alten nordafrikanischen Diktaturen und der Euro-Schuldenkrise seien nur drei genannt, die tiefgreifende Änderungen in der Weltordnung und den bisherigen Denkweisen bewirkten.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich wünsche uns allen eine friedliche und besinnliche Adventszeit, in der wir es schaffen, wieder etwas zur Ruhe zu kommen um Kraft zu tanken für ein neues Jahr 2012 – frohe Weihnachten im Kreise Ihrer Familie und einen guten Jahreswechsel. Gleichzeitig lade ich Sie herzlich ein zu unserem Weihnachtsmarkt am Wochenende des 3. Advents. Nehmen Sie sich die Zeit, am Glühweinstand Nachbarn und Freunde zu treffen.

Ihr Bürgermeister
Uwe Anke

 
 

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