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Stadtverwaltung Nossen
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So sehe ich das …

Mittwoch, 05. Oktober 2011 um 05:50

Mitte August bekamen wir hier in Nossen in einer Woche gleich zweimal hohen Besuch. Der Bundesverteidigungsminister Dr. de Maiziere hatte zu einer interessanten Podiumsdiskussion um die Themen Sicherheit und Bundeswehr ins Schloss Nossen eingeladen, an der auch der sächsische Landespolizeipräsident Herr Merbitz teilnahm. Im vollbesetzten Kaminzimmer gab es zwei Stunden lang viel Informatives und Hintergründe zu diesen Themen zu erfahren. Ich finde, es war eine sehr gelungene Veranstaltung, die gern wiederholt werden darf.

Zwei Tage später weilte der sächsische Innenminister Herr Ulbig in Nossen. Er besichtigte unsere Großbaustelle „Sachsenhof“ und überzeugte sich vom guten Fortgang der Bauarbeiten. Im Jugendstilsaal übergab er mir den lang ersehnten Fördermittelbescheid der Stadtsa-nierung. Die für den Komplettausbau noch notwendigen 900.000,– EUR sind damit gesi-chert. Vorher hatten wir allerdings schon die Bestätigung aus dem Innenministerium und der Sächsischen Aufbaubank erhalten, so dass wir mit den weiteren Ausschreibungen und Bauarbeiten beginnen konnten. Nur so war es möglich, noch rechtzeitig mit den Dachdecker- und Fassadenarbeiten zu starten, ohne Gefahr zu laufen, mit den Bauarbeiten in die Wintermonate zu kommen. Mir ist damit in Bezug auf die Fördermittel und den geplanten Baufortschritt jedenfalls ein großer Stein vom Herzen gefallen und dafür danke ich ganz herzlich allen Beteiligten aus dem Innenministerium und der Sächsischen Aufbaubank.

Gleichzeitig freue ich mich sehr über die breite Unterstützung bei diesem für unsere Stadt doch besonderen Projekt Sachsenhof. Viele Spenden sind dazu bereits eingegangen und weitere wurden angekündigt. Dies ist auch notwendig, denn z.B. die gesamte Ausstattung ist nicht förderfähig und muss über Spenden und Eigenmittel der Stadt finanziert werden. Bitte helfen Sie mit! Zur Würdigung aller Spender haben wir uns etwas nicht ganz alltägliches überlegt. Wir haben vor, im Eingangsbereich des Sachsenhofes eine Tafel aus sehr dickem Glas aufzustellen, in die alle Namen hineingelasert und durch die im Sockel befindliche Beleuchtung angestrahlt werden. Für die Herstellung dieser Tafel konnten wir die Firma Schollglas gewinnen.

Heute möchte ich die Gelegenheit nutzen, um auf die vorgesehene Sanierung des Babybeckens im Volksbad und die Herstellung eines neuen Schulhofes an der Grundschule einzugehen. Viele Fragen erreichten mich dazu in letzter Zeit und ich möchte versuchen, die Sachlage zu erläutern.

Der Schulhof ist leider auch nach der Sanierung der Grundschule in einem sehr schlechten Zustand geblieben. Das lag insbesondere daran, dass die Kosten bei der Gebäudesanierung über den in der Planung veranschlagten lagen. So waren u.a. erhebliche Zusatzleistungen wegen eines im Aulabereich festgestellten Schwammbefalls notwendig. Nach Abschluss der Gebäudesanierung reichte der übriggebliebene Betrag nicht mehr für den Neubau des Schulhofes aus. Der Fördermittelgeber lehnte jedoch Teilmaßnahmen ab und forderte eine Neubeantragung der kompletten Außenanlagen – im Sinne „ganz oder gar nicht“. Diese Neubeantragung ist damals sofort erfolgt. Bis heute wurde unser Antrag jedoch nicht bewilligt, weil im Fördertopf nicht genug Geld für alle von den sächsischen Städten und Gemeinden beantragten Maßnahmen ist. Wir haben diesen Antrag auch für 2012 aufrecht erhalten. Der Versuch, den Schulhof über EU-Gelder aus dem LEADER-Programm Klosterbezirk Altzella zu fördern, scheiterte ebenfalls. Derzeit wird versucht, den Schulhof über die Stadtsanierung fördern zu lassen, über die auch der Sachsenhof gefördert wird. Hier sehe ich gute Chancen für 2012, kann aber natürlich nicht garantieren, dass es auch tatsächlich funktioniert.

Nun wurde mehrfach die Frage an mich herangetragen, warum die Stadt das Geld für die Sanierung des Planschbeckens im Schwimmbad ausgibt, den Schulhof aber nicht saniert. Schließlich sind die Baukosten für beide Maßnahmen ähnlich.

Wir sind uns sicher alle einig, dass die Sanierung des Schulhofes unbedingt erfolgen muss. Gleichzeitig, denke ich, werden Sie mir zustimmen, dass unser Volksbad ein Babybecken haben muss, denn viele Familien nutzen das Bad und der neue Kindergarten ist in unmittelbarer Nähe. Das jetzige Planschbecken ist verschlissen, verliert sehr viel Wasser und erreichte die geforderten hygienischen Werte in dieser Saison nur noch sehr knapp. Eine Sanierung des Beckens ist jedoch nicht sinnvoll, da hierbei die heute gültigen Normen für ein Babybecken nicht zu erfüllen sind. Es stellt sich also nicht die Frage, ob wir den Schulhof sanieren ODER ein neues Planschbecken bauen wollen, sondern vielmehr müssen wir versuchen, beides möglichst schnell und so kostengünstig wie möglich zu schaffen. Leider gibt es für die Sanierung des Planschbeckens keinerlei Fördermittel, die Stadt muss diese Kosten vollständig selbst finanzieren. Setzen wir nun aber diese Mittel für die Sanierung des Schulhofes ein, dann würden wir auf die dort mögliche Förderung verzichten und trotzdem vor dem Problem des Planschbeckens stehen. Es geht dabei um knapp 190.000 EUR an Fördergeldern, die für den Schulhof möglich sind. Auch die Frage: „Warum wurde das Planschbecken nicht gleich bei der Badsanierung auf Vordermann gebracht?“ wurde an mich herangetragen. Das Babybecken ist 1993 über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) saniert worden und war beim Umbau des Freibades keine 4 Jahre alt. Eine Sanierung war zu diesem Zeit-punkt nicht erforderlich und wurde deshalb nicht durchgeführt.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich hoffe, ich konnte Ihnen die Zusammenhänge etwas näher bringen und bin mir sicher, wir werden beides schaffen. Wir werden sowohl ein neues Planschbecken als auch einen sanierten Schulhof haben, dafür setzen sich Stadtrat und Verwaltung ein. Die Erneuerung des Schulhofes können Sie unterstützen, indem Sie sich an unserer Walnussaktion beteiligen. Den entsprechenden Aufruf dazu finden Sie nachfolgend in diesem Amtsblatt (s. S. 14) Vielen Dank!

Ihr Bürgermeister,
Uwe Anke

 
 

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