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Stadtverwaltung Nossen
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So sehe ich das …

Freitag, 22. Januar 2010 um 09:21

Liebe Bürgerinnen und Bürger, nachdem nun auch im neuen Jahr in Presseartikeln die Kritik der Meißner Tafel e.V. an der Stadtverwaltung Nossen nicht abreißt, möchte ich diesen Beitrag nutzen, um die Angelegenheit aus Sicht der Stadtverwaltung darzulegen und dabei auch unrichtige Angaben zu korrigieren.

Uwe Anke - Bürgermeister von NossenVorab muss ich feststellen, dass es überaus bedauerlich ist, wenn in unserer reichen Bundesrepublik Einrichtungen wie Tafeln, Suppenküchen, Kleiderkammern u.a. überhaupt notwendig sind. Gleichzeitig gilt mein Dank allen Mitarbeitern und den vielen ehrenamtlichen Helfern in diesen sozialen Einrichtungen für ihr Engagement und ihre Arbeit.

Nun zum konkreten Fall der Meißner Tafel. 2007 wollten die Stadt und die Wohnungs- und Verwaltungsgesellschaft Nossen mbH (WVG) die ehemalige Förderschule wiederbeleben. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der das Pflegeheim im ehemaligen Krankenhaus auf der Freiberger Straße betreibt, stand bereit, uns zu unterstützen und mehrere Räume dieses Gebäudes anzumieten. Neben einer „Nossener Tafel“ sollte hier eine Kleiderkammer und eine Suppenküche für Bedürftige eingerichtet werden. Der ASB, der bereits Erfahrungen mit der Betreibung derartiger Einrichtungen hat, scheiterte am Veto des Verbandes Deutscher Tafeln e. V. Dieser führte ins Feld, dass die Meißner Tafel eine Außenstelle in Nossen einrichten wolle und aufgrund der Nähe zu Meißen den Vorrang bekomme. Da in unseren Augen die vom ASB geplante „Rundumversorgung“ für die bedürftigen Bürger ein deutlich verbessertes Angebot in Aussicht stellte, setzte sich auch die Stadt für dieses Vorhaben ein. Mehrere Gespräche mit der Tafel in Meißen und dem Landesverband in Dresden blieben leider erfolglos. Daraufhin boten wir der Meißner Tafel die für den ASB vorgesehenen Räume in der Waldheimer Straße 28 an, was die Tafel jedoch ablehnte. Dadurch wurde nicht nur das Vorhaben des ASB verhindert, eine zentrale Anlaufstelle für die bedürftigen Einwohner unserer Stadt zu schaffen, sondern auch das städtische Projekt zur Wiederbelebung des Gebäudes der ehemaligen Förderschule war nach dem Wegfall dieses Hauptnutzers nicht mehr durchführbar. Erhebliche Mittel mussten nun für die Dachsanierung beim Domizil aufgewendet werden, denn eigentlich sollte der Kinderschutzbund mit in die ehemalige Förderschule umziehen. Zwischenzeitlich richtete das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf der Waldheimer Straße eine separate Kleiderkammer ein. Dem DRK wurden die Räumlichkeiten mietfrei zur Verfügung gestellt, jedoch übernahm dieses die Herrichtung auf eigene Kosten.

Nachdem über ein Jahr verging, wurden von der Meißner Tafel erneut Räumlichkeiten in Nossen gesucht. Unserer Ansicht nach bot sich der Jugendclub Berggasse an. Die Größe passte, alle Anschlüsse waren vorhanden und das Objekt ist zentral gelegen, gleichzeitig aber befinden sich die Nutzer nicht auf dem „Präsentierteller“. Einziger Haken an der Angelegenheit waren die Sanierungskosten, um das Objekt in den von der Tafel geforderten Zustand zu versetzen. Diese belaufen sich im Gegensatz zu den in der Presse genannten Zahlen nicht auf 7.000,- Euro sondern auf fast 50.000,- Euro. Die Stadt Nossen ist bereit, mittels Zuschüssen und Eigenleistungen der stadteigenen WVG den größten Teil der Kosten zu schultern, so dass nur noch rund 6.000,- Euro offen sind. Schon allein im Sinne der Gleichbehandlung mit anderen Vereinen wie z.B. dem DRK wäre diese Summe von der Tafel aufzubringen, oder mittels geringer Miete, wie sie die Tafel laut ihrer eigenen Aussage anderenorts für sanierte Räumlichkeiten auch zahlt, über mehrere Jahre zu finanzieren. Als weitere Möglichkeiten wurden seitens der Stadt die Beantragung von Fördermitteln durch die Tafel oder das Einbringen von gesponsertem Baumaterial vorgeschlagen. Das Gespräch an meinem Tisch endete damit, dass die Verantwortlichen der Meißner Tafel diese Vorschläge prüfen und Fördermittel beantragen wollten. Als letzte Nachricht erhielt ich im Frühjahr 2009 die Mitteilung, dass Fördermittel beantragt wurden, die Bearbeitung aber wohl mehrere Wochen in Anspruch nehmen würde. Dies ist nun wiederum fast ein Jahr her und es gab seit dem keinerlei Rückäußerung durch die Verantwortlichen der Tafel gegenüber der Stadt mehr. Statt dessen habe ich leider immer wieder aus Presseartikeln entnehmen müssen, dass die Tafel mit der Stadtverwaltung unzufrieden ist und Kritik äußert. Dies ist für mich jedoch völlig unverständlich, denn unsere Absprachen waren eindeutig. Genau so unverständlich ist für mich die Forderung der Tafel nach ganz bestimmten Einrichtungsgegenständen, die unbedingt vorhanden sein müssten und das Vorhaben Berggasse erheblich verteuerten. So wurden einerseits die in der WVG vorhandenen und dem Verein angebotenen Spüle und Kühlschränke abgelehnt und andere gefordert, andererseits wurde aber zwischenzeitlich ein Gesuch nach einer beliebigen gebrauchten Gefriertruhe aufgegeben.

Die Einrichtung einer Sozialstation des ASB wurde seinerzeit durch die Tafel e. V. mit der Aussage verhindert, dass man SELBST eine Außenstelle einrichten wolle. Bisher sehe ich allerdings nur, dass anderenorts Mieten gezahlt werden, Nossen für diese Außenstelle jedoch sanierte und ausgestattete Räumlichkeiten völlig kostenfrei zur Verfügung stellen soll.

Die Stadt hat der Meißner Tafel genügend tragfähige Angebote unterbreitet. Statt zu versuchen, über die Presse und auf dem Rücken der Bedürftigen Druck aufzubauen sollten sich die Verantwortlichen der Tafel an die Absprachen halten und sich endlich wieder mit uns zusammen setzen, um eine dauerhafte Lösung zum Wohl der Bürger umzusetzen.

Ihr Bürgermeister
Uwe Anke

 
 

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